Am 17. Juli 1959 starb die große Jazz-Sängerin Billie Holiday. Ein hartes Leben voller Gewalt, Drogen, Kummer und unvergesslicher Musik ging nach nur 44 Jahren in New York zu Ende. Eine Würdigung
Manchmal, warnt die Schriftstellerin Hettie Jones, bekomme man Angst, diese Lady zu hören. Das kurze Leben von Billie Holiday war voller Gewalt, voll von den falschen Männern und den falschen Drogen, und so gewinnend und liebenswert ihre Persönlichkeit gewesen sein muss: “Lady Day” sang so intensiv, wie sie lebte. Manchmal beängstigend intensiv.
Es fällt schwer, die biografischen Fakten von den Legenden zu trennen. Holiday ließ sich von William Dufty, einem Journalisten der New York Post, auf Basis einer Reihe von Interviews eine Biografie schreiben, Lady Sings the Blues. Sie beginnt so: “Mam und Dad waren noch Kinder, als sie heirateten. Er war 18, sie war 16, und ich war drei.” Tatsächlich war Sadie Harris bei der Geburt ihrer Tochter am 7. April 1915 in Philadelphia 19 Jahre alt und mit dem angeblichen Vater, dem Gitarristen Clarence Holiday, nie verheiratet.