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Wir und der Mond – Von Claudius Seidl

Es muss ein gewaltiger Lärm gewesen sein,

am frühen Nachmittag des 16. Juli vor vierzig Jahren, als, der Countdown war bei „T minus neun“, die Triebwerke der Saturn V gezündet wurden; und bei „null“ verloren dreitausend Tonnen aus Stahl, Kerosin und flüssigem Sauerstoff die Bodenhaftung, und aus einem großen gelben Feuer stieg, erst langsam, fast schon zeitlupenhaft, dann immer schneller, die Rakete hinauf, ein weißer Riesenpfeil, hundertundzehn Meter hoch, der ganze Stolz Amerikas (und zugleich doch nur das perfekteste Produkt einer Technik, mit welcher schon mehr als tausend Jahre zuvor die Chinesen den Himmel über ihren Festen erleuchtet hatten).

Noch gewaltiger als der Lärm der Mondrakete muss aber die Stille gewesen sein, knapp fünf Tage später, in jener Mondlandschaft, die man das „Meer der Ruhe“ nennt – es war eine Stille, die man eher sehen als hören konnte, weil, als Neil Armstrong und Edwin Aldrin dann auf dem Mond spazieren gingen, als sie das Sternenbanner in den Mondstaub pflanzten und schließlich, als hätten sich dort oben, wo nur ein Sechstel der irdischen Schwerkraft wirkt, ganze Zentnerlasten von Spannung und Verantwortung aufgelöst im luftleeren Raum, fröhlich wie die Kinder hüpften und sprangen, der knatternde Funkverkehr immer zu hören war: „Neil, hier spricht Houston. Hast du uns verstanden? Ende.“

Man sah die Stille, als Armstrong sich in Aldrins Helm spiegelte und die beiden einander nichts zurufen konnten, man sah die Stille, als das Sternenbanner sich nicht bewegte im windlosen Raum, man sah die Stille, als überm Horizont des Mondes die blaue, ferne Erdenkugel stand.

Eine andere Art von Lärm

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