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Wildnis – für Kinder geschlossen – Von Michael Chabon
Categories: Welt

In der schönen, neuen Sicherheitsgesellschaft ist kein Platz mehr für Abenteuer. Und auch kein Platz mehr für Literatur, befürchtet Michael Chabon

Als ich aufwuchs, grenzte unser Haus an den Wald, ein dünnes Zwei-Hektar-Überbleibsel einer einst mächtigen Wildnis. Das war in einer Stadt in Maryland, deren aufgeklärte Planer für ein paar solcher bleibender Streifen Grün gesorgt hatten. Sie waren denkbar zahm, unsere Wälder, und doch füllten sie sich des Nachts noch immer mit unermesslichen Schatten. Im Winter waren sie tief verschneit und schienen all die gewöhnlichen Geräusche deines Körpers und deiner Welt zu schlucken. In diesen Wäldern konnten immer noch schaurige Dinge geschehen. Sie waren der Ort, wohin sich die bösen Buben flüchteten, nachdem sie an Halloween deine Fenster mit Eiern beschmissen und deine Kürbisse zermatscht in der Einfahrt hatten liegen lassen. Indianer gab es in diesen Wäldern keine, aber es hatte sie dort gegeben. Wir hörten in der Schule von ihnen. Patuxent-Indianer, hatte man sie genannt. Schnell, zielsicher, still wie Wild. Verschwunden bis auf ihre wunderbaren Ortsnamen: Patapsco, Wicomico, Patuxent.

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