Mit politischem Kabarett wurde Zhou Libo in Shanghai zum gefeierten Star. Internet und Mittelschicht machen es möglich
Der Turnschuhwurf des deutschen Studenten Martin J., der im Februar in Cambridge mit seiner Attacke auf Chinas Ministerpräsidenten Wen Jiabao Schlagzeilen machte, wird derzeit im Majestic-Theater (Meiqi) in Shanghai nachgespielt. Chinas neuer Bühnenstar Zhou Libo parodiert dort die Szene aus Sicht des betroffenen Premiers.
Zhou Libos Kabarett-Programme “30 glorreiche Jahre”, oder “Groß-Shanghai” sind im 1941 erbauten City-Theater ausverkauft, obwohl das Theater1328 Plätze hat und Preise zwischen zehn und 40 Euro verlangt. “Bestellungen nehmen wir erst ab Januar wieder an”, sagt eine Angestellte im Vorverkauf. Shanghais Publikum kann nicht genug von Zhou kriegen, gerade, weil er ihre Weltstadt auf den Arm nimmt. Schließlich sei sie topp, etwa beim Lösen von Nahverkehrsproblemen, sagt er. “Dank dem Transrapid, für den Shanghai eine Milliarde Euro bezahlt hat, können wir jetzt 30 Kilometer weit fahren.”