Der Konzernmulti Dole geht gegen einen Dokumentarfilm vor, der schlechte Arbeitsbedingungen anprangert
Den ganz dicken Knüppel hat der Fruchtkonzern Dole aus dem Arsenal geholt. Gegen die kleine schwedische Filmproduktion “WG-Film” ließ er am Mittwoch vergangener Woche vor dem obersten Gericht im US-Bundesstaat Kalifornien Anklage erheben. Die Begründung: Ihr Dokumentarfilm “Bananas!” kränke die Ehre von Dole Food Company und 75.000 Beschäftigten weltweit, da er geschäftsschädigend sei. Die Klage könnte die Filmproduktion teuer zu stehen kommen. Offenbar soll so ihr unbequemer Film gestoppt werden.
Der Regisseur Fredrik Gertten porträtiert in “Bananas!” nicht nur die Machenschaften der nicaraguanischen Bananenindustrie, sondern auch den Kampf von Landarbeitern, die Dole Food beschuldigen, das giftige und seit einigen Jahren verbotene Schädlingsbekämpfungsmittel DBCP illegal auf den Plantagen angewendet zu haben. Mit der Folge, dass die Arbeiter unfruchtbar geworden seien. Zentrale Figur des Films ist der Landarbeiter-Anwalt Juan Dominguez. Im Mittelpunkt steht der von ihm vor einem US-Gericht angestrengte Prozess, der 2007 zugunsten der Arbeiter ausgegangen war. Seit Ende der Dreharbeiten nahm das Gerichtsverfahren allerdings eine neue Wendung.