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Über die Gratis-Kultur des digitalen Zeitalters

Das digitale Zeitalter übt einen Preisdruck nach unten auf alles aus, was “aus Ideen gemacht ist” – bis alles gratis ist.

Und nun steht das ganze Buch im Netz, “Umsonst” preist es sich an, umsonst zum Lesen oder Hören. In den nächsten Wochen, verkündigt der Autor, werde man verschiedene Versionen für jede Art von E-Book bereitstellen. Umsonst, völlig umsonst. Eigentlich dürfte es gar keine andere Version geben, aber wer noch von ganz, ganz alter Schule ist, kann es in Amerika noch legal auf dem Buchmarkt erwerben, auf Papier gedruckt, für 26,99 Dollar. In England aber, kündigt der Autor stolz an, sei die Paperback-Version auch umsonst. Das sei ein Experiment, schreibt der Autor, und er werde seine Leser auf dem Laufenden halten, wie es sich entwickle. Umsonst sei die Zukunft, gewöhnt euch schon mal daran.

“Free: The Future of a Radical Price” heißt das Buch, um das es geht, und dabei spielt es im Englischen mit der Doppelbedeutung von frei und kostenlos. Sein Autor ist Chris Anderson, Chefredakteur der Zeitschrift Wired und Autor des Bestsellers “The Long Tail – Nischenprodukte statt Massenmarkt”, und er führt eine These weiter, die Stewart Brand, einer der Vordenker der Neuen Ökonomie des Digitalen Zeitalters, einst verkündet hat:”Information will frei sein.”

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