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Sein und Schein in multimedialer Gleichzeitigkeit – Von Peter Hagmann

Ob es ihm wohl gefallen würde, war am morgendlichen Pressetermin die unvermeidliche Frage an Nuria Schoenberg Nono. Zu Recht blieb die Witwe des Komponisten die Antwort schuldig, zumal die Frage irrelevant ist. Nicht ihn, den 1990 verstorbenen Schöpfer, muss die Produktion ansprechen, sondern uns, hier und jetzt – und das ist im Fall von «Al gran sole carico d’amore» von Luigi Nono besonders heikel. Das 1975 unter der Leitung von Claudio Abbado und Juri Ljubimow durch die Mailänder Scala aus der Taufe gehobene Stück, das 1978 mit dem Dirigenten Michael Gielen und in einer Inszenierung des heutigen Salzburger Festspiel-Intendanten Jürgen Flimm in einer zweiten Version vorgestellt wurde, gehört in einer besonderen Weise seiner Entstehungszeit an. Das Klima des Werks und seine thesenhafte Attitüde, ja selbst die Musik mit ihrer geballten Faust, sie stehen für den Geist der späten sechziger und frühen siebziger Jahre.

Neue Gegenwart

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