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Parteiprogramme: Moonwalk ins Superwahljahr

Sucht man für unsere Art des Wirtschaftens einen Begriff, kommt man an der Popkultur nicht vorbei und könnte treffend feststellen: Die Menschheit ist dabei, die Entwicklungsstufe der Michael-Jackson-Ökonomie, den Moonwalk-Kapitalismus, zu vollenden. Niemand hat seine und unsere Art des heutigen Verzehrs künftiger Reichtümer besser beschrieben als Grace Rwaramba, die Nanny der drei Kinder des verstorbenen Stars.

Die Jackson-Ökonomie beruhte ihr zufolge auf Einkünften von mehreren Millionen Dollar jährlich, Rechte an den Produkten aus großen Tagen, denen aber Ausgaben in Höhe von zig Millionen gegenüberstanden. Und wenn deswegen die Sorgen wuchsen, so wuchs noch schneller die Illusion, die ganz großen Reichtümer würden bald wiederkehren: Die Songrechte der Beatles könnten veräußert werden, es werde ein Comeback geben mit einem erfolgreichen Album, dazu eine Welttournee. Und wenn es denn mal gelang, jemandem Geld als Vorschuss auf imaginierte Riesenerfolge aus dem Kreuz zu leiern, jenem Emir oder dieser Unterhaltungsfirma, dann war alles wieder gut.

Einmal, erinnert sich die Nanny, flog sie nach Florenz, um dort Antiquitäten im Wert von einer Million Dollar zu erstehen, doch hatte Jackson kein Haus, um sie hineinzustellen, sondern wohnte bei Fans und Gönnern, so dass das Zeug, weitere Kosten verursachend, eingelagert werden musste. Einem Michael Jackson, hieß es später aus seinem Umfeld, antwortete man nicht mit nein. Und genau hierin ist der zu Beginn der modernen Automobilindustrie geborene, im Jahr der Insolvenz von GM gestorbene Mann unser Vorbild: Anything goes, solange es immer weitergeht, solange niemand nein sagen muss.

Durch Feigheit glänzen

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