Schwarze Filmschaffende müssen in Deutschland immer noch Vorurteile bedienen, die Hollywood überwunden hat
“Ich wollte schon immer Filmemacher werden”, sagt Otu Tetteh. “Aber ich hatte eigentlich nie daran gedacht, schwarzer Filmemacher zu werden.” Der sarkastische Unterton ist nicht zu überhören und doch ist der in Berlin lebende Autodidakt bisher ausschließlich durch Themen mit afrodeutschem Bezug bekannt geworden. 2007 lief sein Kurzfilm “You Are Welcome” auf der Berlinale. Da fragt er, warum so viele Afrikaner in Deutschland das Paradies suchen und interviewt dazu Deutsche in Ghana und Ghanaer in Deutschland. Ein Jahr später drehte Tetteh die Dokumentation “Lebe Deinen Albtraum” über die Geschichte des schwarzen Deutschen Tibor Sturm, der sich 2005 gegen Nazis zur Wehr setzte, einen der Angreifer verletzte, und deswegen zu sieben Monate Gefängnis verurteilt wurde. Und auch sein für 2010 angekündigtes Spielfilm-Debut im Kinoformat fokussiert ein schwarzes deutsches Thema: “No-Go”, sagt der 36-jährige Filmemacher, “handelt von den Mauern in unseren Köpfen.” Der jugendliche schwarze Hauptdarsteller hat Angst vor dem Osten Deutschlands und den sogenannten No-Go-Areas dort, die von Neonazis beherrscht werden.