Nicht jede Einmischung ist schlecht – Von Nader Mousavizadeh

Bei Staatsangelegenheiten lernt man seine Lektion entweder zu spät oder nur allzu schnell. Angesichts unerwarteter Krisen und lästiger Forderungen nach prompten Entscheidungen ziehen Regierungen gern Beispiele aus der Vergangenheit heran, um zu zeigen, dass sie aus ihren Fehlern – oder besser, aus den Fehlern ihrer Vorgänger – gelernt haben.

Das letzte Mal, als die Demokraten im Weißen Haus saßen, weitete sich eine von den Vorgängern übernommene humanitäre Hilfsaktion in Somalia zu einer Katastrophe in den Straßen von Mogadischu aus. Eine wichtige Lektion wurde gelernt: Die Idee, Truppen in afrikanische Konfliktgebiete zu entsenden, die für die USA strategisch von geringer Bedeutung sind, kann man vom Tisch nehmen. Als es dann zum Völkermord in Ruanda kam, fürchteten die Entscheidungsträger der USA und der UN bei ihren Überlegungen, wie auf die Katastrophe zu reagieren sei, einen “Somalia-Effekt”.

So musste Ruanda gewissermaßen für Somalia bezahlen. Umgekehrt profitierte Bosnien – wenn auch sehr spät und nur sehr unzureichend – von einem Eingreifen, das teilweise durch das Schuldgefühl im Bezug auf Ruanda motiviert war. Nach Bosnien war man sich international darüber einig, dass weiteres Blutvergießen auf dem Balkan unter der Knute von Milosevic verhindert werden musste, und so wurde Kosovo von dem mörderischen Tyrannen befreit. Von da aus, und in der angespannten strategischen Lage nach dem 11. September, lag die Entscheidung nahe, dem Tyrannen in Bagdad ebenfalls das Handwerk zu legen.

Die Regierung Obamas zog die Lehre aus Irak

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