Täuschend echt: Neue Programme bringen dem Computer sogar das Improvisieren bei
In seinem herrlich postmodernen Buch “Wenn ein Reisender in einer Winternacht” von 1979 lässt Italo Calvino den “Elaborator” auftreten: Einen Computer, der pausenlos Romane schreibt. Umberto Eco hat sich in den Achtzigern wirklich einmal gegen den Vorwurf gewehrt, seine Bücher seien vom Rechner erstellt. Heute wirkt beides eher lustig – die Intellektuellen blieben (anders als die Arbeiter) bisher doch von der Kränkung verschont, ersetzbar zu sein. Bisher. Komponisten dürfen jetzt ins Grübeln kommen. Die beiden aktuellen Programme “Ludwig 2.0″ und “Band in a Box 2009″ wollen ihren Job zwar nicht ganz erledigen, aber radikal verändern.
Die Umwälzung kommt harmlos daher. “Ludwig” etwa sieht aus, wie ein “Word” für Musiker: Auf dem Schirm ein weißes Notenblatt, man kann Melodien oder Begleitungen eingeben. Den Rest berechnet der Computer. Er zaubert einen vielstimmigen Satz, mit Bassfiguren und Zwischenspielen. Oder er erfindet eine Melodie, wo die fehlt. …weiterlesen auf Welt