Was taugt der Siegertext des diesjährigen Bachmann-Wettbewerbs, Jens Petersens Romanauszug »Bis dass der Tod«? Eine literaturwissenschaftliche Analyse
Da wurde Gerichtstag über Autoren gehalten und ein Autor preisgekrönt. Dieser Autor las seinen Text Zuhörern vor, die im Gelesenen zugleich den Autor als Person wahrnahmen. Wie bei allen »Dichterlesungen« geht einem danach nicht mehr das Persönliche aus dem Kopf: die Selbstrepräsentation, die Gestik, der Tonfall. Hält man dagegen einen gerade erst bekannt gemachten Text eines vielleicht sogar unbekannten Autors in Händen, dann ist man frei, sich ihm allein zuzuwenden.
Man sollte auch sonst den Autor als Person zeitweilig außer Acht lassen. Wir gehen ohnehin davon aus, dass jeder Autor uns auf seine Weise erreichen will, und interessieren uns für die Machart seines Textes, für die rhetorischen Mittel und die Erzählstrategie. Wir wollen uns nicht übertölpeln lassen! Zugleich kontrollieren wir unsere Suchbilder. Leser haben einen Blick für Signale.
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