Boris Palmer sitzt auf der Terrasse des Tübinger Bahnhofsrestaurants und schwitzt. Gerade hat der Oberbürgermeister der Universitätsstadt den Regionalzug nach Stuttgart verpasst; er war noch beherzt losgesprintet, aber die Zugtür war schon zu. Ein Radiojournalist hatte ihn befragt, drei Minuten waren abgemacht, doch kein Ende gefunden. Es sind immer wieder dieselben Fragen, die Palmer in diesen Tagen beantworten muss. Es sind Fragen nach Felicia Langer, der neuen Bundesverdienstkreuzträgerin seiner Stadt. Ob er nicht wusste, was sie so von sich gegeben hat, wird er gefragt und ob er seine Unterstützung im Nachhinein in Frage stellt.