Zum Tod von Pina Bausch
Ihr Tod kommt wie ein Schock für die Tanzwelt. Niemand außerhalb des engsten Kreises von Pina Bausch wusste von ihrer schweren Erkrankung. Zwar sah die schmale Frau mit dem streng zurückgekämmten Haar seit vielen Jahren schon sehr zerbrechlich aus, wenn sie in ihren großen Herrenanzügen zum Applaus vor das Publikum trat, aber alle hielten das für die sehnige Durchtrainiertheit einer Tänzerin. Jetzt ist Philippine Bausch, von aller Welt nur mit zärtlicher Verehrung Pina genannt, vollkommen überraschend gestorben. Vor noch nicht einmal drei Wochen feierte sie im Wuppertaler Opernhaus die Premiere ihres alljährlichen neuen Stückes, und mit diesem Stück schien sie nach vielen Jahren einen neuen Weg einzuschlagen.
Es gibt zahlreiche Fotografien von der 1940 als Tochter von Wirtsleuten in Solingen geborenen Tänzerin, die ihre jugendliche Schönheit bezeugen, von der ihre Züge noch im Alter beredten Ausdruck gaben. Pina Bausch begann zwar mit fünfzehn Jahren ihre tänzerische Ausbildung an der Folkwangschule in Essen, aber sie hatte die Aura einer großen klassischen Ballerina. Ihre Augen blickten halb streng, halb melancholisch. Wie begabt sie tänzerisch war, bewies die Tatsache, dass sie früh ein Stipendium erhielt, um an der New Yorker Juillard School zu studieren. 1962 kehrte sie trotz verschiedener Engagements in New York nach Deutschland zurück, wo sie als Erste Solistin am Folkwang-Ballett beschäftigt war.
1968 choreographierte Pina Bausch …weiterlesen auf FAZ