“Ich wäre längst tot” – Von Julia Kospach

Frank McCourt hielt es für günstig, dass ihn der Ruhm spät ereilte.
Andernfalls hätte es ihn ungefähr so erwischt wie Dylan Thomas, der sich mit 39 zu Tode soff: “Ich wäre längst tot”, sagte McCourt vor drei Jahren in einem Interview, “ich hätte keinen einzigen von den vielen Drinks, die mir angeboten worden sind, abgelehnt und wäre hinter jeder Frau auf der Welt hergewesen.” Gut also, dass der Ruhm erst mit 66 Jahren kam, als “ich nicht mehr ganz so verrückt war wie als junger Mann”.

Um mit Udo Jürgens zu sprechen: Der pensionierte irisch-amerikanische Lehrer Frank McCourt kam 1996 erst richtig in Schuss. In diesem Jahr machte ihn sein autobiographisches Erinnerungsbuch “Die Asche meiner Mutter” über Nacht zum literarischen Superstar. Er bekam den Pulitzer-Preis, verkaufte in der Folge mehrere Millionen Buchexemplare und lernte, dass ihm jeder mit einem Mal “in einer Weise zuhörte, in der mir als Lehrer niemals zugehört worden war”.

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