Humboldt-Forum: Und täglich grüßt das Igelskelett

Von Andreas Kilb – Die Stadt Tecla, berichtet Italo Calvino in seinen „Unsichtbaren Städten“, sei ständig hinter hohen Bauzäunen, Gerüsten und Verschalungen versteckt. Wenn ein Besucher frage, warum die Arbeiten so lange dauerten, erhalte er die Antwort: „damit nicht die Zerstörung beginnt“. Erkundige er sich aber nach dem Plan, der dem Bau zugrunde liege, zeigten die Bewohner in den Sternenhimmel: „,Da ist das Projekt’, sagen sie.“

Wer sich in diesen Tagen nach dem Stand der Planungen für den Wiederaufbau des Berliner Schlosses als Humboldt-Forum der Weltkulturen erkundigt, dem geht es ungefähr so wie dem Städtereisenden bei Calvino. Seit achtzehn Jahren wird das Projekt diskutiert, seit sieben Jahren ist es beschlossen, und seit acht Monaten gibt es mit dem Entwurf des Italieners Franco Stella auch endlich einen überzeugenden Bauplan. Aber noch immer ist, was die endgültige Form und den Inhalt des Gebäudes angeht, fast alles offen. Das liegt weder an Stella noch an den Brüdern Humboldt, unter deren Namen sich jedes halbwegs schlüssige Museumskonzept vermarkten ließe. Es liegt an dem Ideenhimmel, der das Projekt „Humboldt-Forum“ überwölbt, seit es erstmals zu Papier gebracht wurde – an seiner schimmernden Fülle und tiefen Undurchsichtigkeit zugleich.

Vielfältige Bedürfnisse

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