Wenn man unter Kapitalismus jene Wirtschaftsordnung versteht, die auf Privateigentum und Vertragsfreiheit beruht, gibt es wenig Grund, um seine Zukunft besorgt zu sein.
Diese Wirtschaftsordnung, die wir als Marktwirtschaft bezeichnen, hat sich als die robusteste Spezies unter den konkurrierenden Ordnungsvarianten durchgesetzt, mit denen die Menschheit im Verlauf ihrer Geschichte experimentiert hat. Eine grundsätzliche Alternative, die ihr in Zukunft diesen Rang streitig machen könnte, ist nicht erkennbar.
Die Prinzipien, auf denen sie beruht, sind das Ergebnis eines Jahrtausende umspannenden, von Versuch und Irrtum geleiteten kulturellen Evolutionsprozesses, der mit der Entdeckung seinen Anfang nahm, dass Menschen sich durch Spezialisierung und Tausch wechselseitig besserstellen können. Freiwilliger Tausch liegt dort vor, wo Menschen die Dinge, die sie von anderen wünschen, dadurch erwerben, dass sie diesen etwas anbieten, was sie zur Bereitstellung der gewünschten Leistung bewegt. Die Marktwirtschaft in unserem heutigen Verständnis bildete sich in dem Maße heraus, in dem der freiwillige Tausch zum vorherrschenden Ordnungsprinzip des Wirtschaftslebens wurde, und dies geschah dort, wo eine Rechtsordnung durchgesetzt wurde, die die Voraussetzungen für freiwilligen Tausch – den Schutz von Privateigentum und Vertragsfreiheit – sichert.
Anzeige
Vom Reiz einer wirksamen Privatrechtsordnung