Von Caroline Fetscher – Heute heißen unsere Nachschlagewerke Google und Wikipedia, selbst der gute alte Brockhaus ist längst online gegangen. Schöne neue Wissenswelt: Wie das Internet den Prozess der Erkenntnis verändert.
Früher pilgerten wir zu Bibliotheken und Archiven, den Lagerstätten für Wissenswertes. In Sälen und Hallen, still wie Kirchen, raschelten die Seiten, es roch nach Papier, man beugte sich über gebundene Konvolute oder lose Dokumente und kramte in alphabetisch sortierten Zettelkästen, sogenannten Katalogen. Seit Gutenberg den Druck der Lettern erfand, gibt es Bücher, und je mehr es gab, desto häufiger wurden sie gesammelt und sortiert.
Heute heißen unsere Nachschlagewerke Google und Wikipedia, selbst der gute alte Brockhaus ist längst online gegangen. Vollends vorbei ist die Ära der traditionellen Informationshäfen aber dennoch nicht und wird es vermutlich nie ganz sein. Doch der Zugriff auf unermesslich große Datenmengen im weltweiten, digitalen Datennetz beeinflusst das Verhalten von Lernenden und Forschenden mehr als jede andere technische Umwälzung. Uralte Dokumente oder neueste Forschungsergebnisse schweben nach wenigen Klicks auf die Bildschirme in Arbeitszimmern, Labors und Instituten an jedem erdenklichen Winkel der Welt.