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Festival in Aix-en-Provence: Lob des Einzelnen – Von Hans-Klaus Jungheinrich

Hundertschaften marschieren durch Richard Wagners “Götterdämmerung”, darunter die kompletten Berliner Philharmoniker mit sechs Harfen im geräumigen Orchestergraben des vor zwei Jahren eröffneten Grand Théâtre de Provence.

Eine in schöne Unzähligkeiten facettierte Festival-Attraktion bahnt sich also für den Sommer in Aix-en-Provence (Koproduktion mit den Salzburger Osterfestspielen) an Und unter der Leitung von Sir Simon Rattle zeigt der philharmonische Großklangkörper sogar noch die kammermusikalisch-koloristischen Feinheiten einstiger Karajan-Wagnertaten, Nachklänge einer bis ins Letzte ausdifferenzierten, ausgereizten Musiziertradition.
Dennoch bleibt von den Vielfältigkeiten dieser Produktion, deren szenographisches Format trotz einer spürbaren Reifung im Zuge der Arbeit des Regisseurs Stéphane Braunschweig nicht sonderlich imponiert, ein Einzelmoment in Erinnerung: die Verkörperung des Hagen durch den russischen Sänger Mikhail Petrenko. Eine Darstellung, die sich einprägt und nahezu verabsolutiert innerhalb eines Sängerteams, das auch ansonsten keineswegs kraftlos anmutet, etwa mit der gewandten, intensiven Brünnhilde von Katarina Dalayman.

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