In der Leipziger Textmanufaktur können Laien das literarische Schreiben lernen – in zwei Tagen. Ob das gut geht? Ein Besuch
Damit hätte man wohl nicht gerechnet: Ausgerechnet Feridun Zaimoglu, der Erfinder des “Kanak Sprak”, tritt für die reine deutsche Sprache ein. Auf Fremdwörter könne der Schriftsteller getrost verzichten. Die deutsche Sprache besitze so schöne eigene Wörter! Überhaupt reagiert der türkischstämmige Schriftsteller, der nebenbei bekennt, kaum Hoch-, sondern fast nur Unterhaltungsliteratur zu konsumieren, allergisch auf “intellektuelle Scheiße”.
Hiervon konnten sich die gut ein Dutzend Teilnehmer eines zweitägigen Schreibseminars überzeugen, das kürzlich von der Leipziger Textmanufaktur in einer Räumlichkeit der alten Baumwollspinnerei veranstaltet wurde. Das ehemalige Werksgelände am Rande des Leipziger Stadtteils Lindenau, das heute vor allem durch die dort ansässigen Künstler der Neuen Leipziger Schule bekannt ist (der Porsche von Neo Rauch parkt um die Ecke), umgibt jede kreative Aktion mit dem entsprechenden Nimbus.