Es hätte alles viel bombastischer ausfallen sollen. Für die erste Mondlandung, wie Wernher von Braun sie sich ursprünglich ausmalte, wären gleich drei Raketen aufgestiegen. Mit einer Besatzung von insgesamt fünfzig Mann.
Fünfzig! Je ein Drittel in einem dementsprechend üppigen, ausladenden, geradezu schwelgerischen Gefährt. Warum es nicht nach einer herkömmlichen Rakete auszusehen brauchte, war längst erklärt. Die Stromlinienform, so von Braun, ist im luftleeren Raum passé. Tollpatschig und plump mag sie wirken, die dafür entworfene Rakete, aber deswegen ist sie umso effizienter. Ein skurriles Ding, zusammengebastelt aus Heliumtanks, Starttanks, Landetanks, Landegestellen, Hitzeschilden, Steuerdüsen, Solarspiegeln, Radioantennen, Temperaturregulatoren, Besatzungsbereichen, um nur die augenfälligen Elemente zu nennen.
„Stellen Sie sich die Ausmaße dieser riesigen Dreistufenrakete vor“, fordert von Braun sein Publikum auf. „Sie hat eine Länge von achtzig Metern, was einem vierundzwanzig Stockwerke hohen Gebäude entspricht. Ihre Basis hat einen Durchmesser von zwanzig Metern. Das Gewicht dieses Monsterraketenschiffs beträgt vierzehn Millionen amerikanische Pfund oder siebentausend Tonnen, ungefähr so viel wie eine leichter Passagierdampfer.“ Und wie das alles erst in Aktion aussieht! Sekunden vor der Mondlandung, sobald die Steuerdüsen überflüssig geworden sind, fährt ein zentrales, stoßdämpfendes Landebein aus, das sich im gelben Flammendunst verliert. Mondgestein spritzt glühend auf, und als wäre das noch nicht atemraubend genug, leuchtet am tiefschwarzen Himmel eine Sichel, die nur die Erde sein kann. Denn die Perspektive, aus der sich uns das Raketendrama darbietet, ist die eines Menschen, der irgendwie schon vorher seinen Weg auf den lunaren Nordpol gefunden hat.
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