Von Roland Reuß – Niemand, betonen Wissenschaftsrat, Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Kultusministerkonferenz der Länder, niemand kann leugnen, dass der kostenlose Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen eine gute Sache ist.
Und dass Mittel und Wege gefunden werden müssen, die Produkte deutscher wissenschaftlicher Forschung von den Servern der deutschen Universitätsbibliotheken aus „global sichtbar“ und durchs Internet „offen“ zugänglich zu machen. Und dass dabei auch Interessen wie die mittelständischer Wissenschaftsverlage hintanstehen müssen. Und dass angesichts der Herausforderungen globalisierter Wissenschaft die Rechte der Autoren, und sei’s nur das Recht, über die Publikationsform ihrer Werke selbst bestimmen zu können, letztlich zu vernachlässigen sind.
Ich bin dieser Niemand; ich leugne es gerade zu. Es wäre zu wünschen, dass sich Wissenschaftsrat, DFG und die Kultusministerkonferenz der Länder auf ihr eigentliches Geschäft: die Förderung und Ermutigung wissenschaftlicher Initiativen, beschränkten und die Finger von allen Versuchen gelassen hätten, dirigistisch in das komplexe Feld der Publikationsfreiheit und des Urheberrechts einzugreifen. Dem Versuch einer klammheimlichen technokratischen Machtergreifung, die in diesen Bereichen geplant und partiell mit Billigung der unkundigen und hilflosen Opfer, der Wissenschaftler, schon vollzogen ist, muss entgegengetreten werden. Aus kulturellen, aus rechtlichen, aber auch aus finanziellen Gründen.
Explodierende Kosten