Wole Soyinka – Das traurigste Lied, das in jüngster Zeit aus Afrika kam, war eigentlich als ein feierliches Lied komponiert worden. Es sollte den Aufstieg eines Afro-Amerikaners zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika zelebrieren. Es war ein musikalischer Tribut von einem Kenianer, und der Text sagte schlicht und einfach: Es ist leichter für einen Luo, Präsident der USA zu werden als Präsident von Uganda.
Die Luo sind natürlich eine der Minderheits-Nationalitäten von Kenia. Man wird sich daran erinnern, dass Obamas Triumph unmittelbar nach einigen der schlimmsten Unruhen stattfand, die man je in Kenia erlebt hat. Sie dauerten Wochen, ganze Townships von Nairobi wurden dem Erdboden gleich gemacht, Hunderte von Menschen starben, einige davon durch einzigartig bestialische Formen der Schlächterei. Die Panga untermauerten ihre Herrschaft. Diese Tage erinnerten wenn auch in kleinerem Maßstab an die Massaker von Ruanda. Unter den Überlebenden sind Männer, die nach sexueller Verstümmelung ein Leben lang traumatisiert sind. Die Ursache? Die Weigerung, einem Volk das Recht zu gewähren, ihren eigenen Anführer an der Wahlurne zu bestimmen der endemische Fluch des modernen afrikanischen Staates.
Dennoch erhob Kenia den Anspruch, der logische Ort für Obamas ersten Staatsbesuch auf schwarzafrikanischem Boden zu sein. Es sollte feierlich die Rückkehr eines Sohnes des Landes begangen werden. Und wenn Sentimentalität auf der Waage der Ansprüche tatsächlich schwerer wöge als die Menschlichkeit selbst, wäre die Forderung Kenias unangreifbar gewesen.
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