Alle haben das Unheil kommen gesehen.
Viele haben geglaubt, es träfe sie nicht. Aber die Zerstörung hat längst begonnen, das Gebäude wankt, das System steht vor dem Absturz. Und so könnte es sein, dass 2008, das Jahr der Erfolge und Marktanteile, für alle das letzte gute Jahr war: das letzte gute Jahr des deutschen Films.
Seit fünf Jahren klagen mehrere große Kinoketten, von denen eine im Besitz australischer Investoren ist, gegen das deutsche Filmförderungsgesetz. Die Kinos wollen die sogenannte Filmtheaterabgabe nicht mehr bezahlen, die 2004 von zwei auf drei Prozent des Umsatzes erhöht wurde. Im vergangenen Februar hat ihnen das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig recht gegeben: Die Pflichtabgabe sei verfassungswidrig, weil die deutschen Fernsehanstalten nicht in gleicher Weise zur Kasse gebeten würden. Im Augenblick leisten ARD, ZDF und die Privatsender freiwillige Beiträge – die öffentlich-rechtlichen Sender etwa elf Millionen, die privaten knapp fünf Millionen pro Jahr.
Förderung ohne Bedingungen