Matthias Nöther – Eine Iranerin dirigiert Chormusik von Bach und Brahms
Den Beginn eines Chorkonzerts in der südiranischen Stadt Schiraz muss man sich ungefähr so vorstellen: In einer großen Mehrzweckhalle versammeln sich an die tausend Zuhörer. Etwa zwanzig Frauen und Männer, meist zwischen zwanzig und vierzig Jahre alt, warten auf ihren Auftritt. Das große Interesse ist ihnen noch nicht ganz geheuer, so viel Routine haben sie nicht mit dem Singen vor Publikum.
In die gespannte Atmosphäre hinein platzen die Damen vom Kulturbüro. Sie sind schwarz verhüllt von Kopf bis Fuß. Gleiches würden sie bei den jungen Frauen des Chores auch gerne sehen. Streng deuten sie auf Haarsträhnen, die unter zu locker gebundenen Kopftüchern hervorschauen. Ein Haar zu viel, und der Auftritt wird verboten.