Das Kaufverhalten der Gesellschaft: Warum wir lieber gezielt suchen als zufällig finden.
Auf die Frage, wo er die Ideen für seine Bücher finde, im Internet oder in der Bibliothek, antwortete der US-Bestsellerautor Malcolm Gladwell in einem Interview mit dem Magazin der Zeit, Google sei ihm zu gut organisiert, um inspirierende Zufallsfunde zu ermöglichen. Er bevorzuge das geordnete Chaos einer Bibliothek; dort sei der glückliche Zufall eingebaut, den es online nicht gebe.
Dem Internet, so Gladwell, sei eine gewisse Starre zu eigen, weil es einen von dem Pfad abhängig mache, den man am Anfang seiner Suche eingeschlagen hat. Gladwell spricht in diesem Zusammenhang vom sogenannten Matthäus-Effekt, nach dem Satz des Evangelisten: Wer hat, dem wird gegeben. Aufs Internet bezogen, bedeute dies, dass alles, was dort erfolgreich sei, sehr schnell noch viel erfolgreicher werde. Durch das Prinzip der Verlinkung verstärkten sich bestimmte Ideen und entwickelten eine trügerische Eigendynamik. Und das bringe eine Verzerrung in jede Debatte – was nicht unbedingt dafür spreche, dass das Netz tatsächlich so demokratisch ist, wie es zu sein scheint.
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