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Die Mutter mit Steinen bewerfen! – Von Peter Geimer

Carl Gustav Carus in Dresden

In seinem Kommentar zum Zustand der Naturwissenschaft imaginiert der Dresdener Maler und Mediziner Carl Gustav Carus 1854 eine Fliege, die sich langsam über den Marmorkörper des Apoll vom Belvedere bewegt. Vorausgesetzt, dass diese Fliege reden und schreiben könne, so Carus, würde sie vermutlich nur von der Kälte und Struktur der Marmorebene berichten und wüsste nichts von der idealen Schönheit des Apoll, die Johann Joachim Winckelmann so eindringlich beschrieben hatte.

Die „gelehrte und in ihrer Untersuchung sonst ganz achtbare Fliege“ galt Carus als Emblem einer Naturwissenschaft, die in der übergroßen Nähe zum Einzelphänomen das große Ganze der Erscheinungen aus dem Blick verloren hatte. Carus hingegen schwebte eine Form der Naturerkenntnis vor, die Empirie und Anschauung, Wissenschaft und Kunst problemlos ineinander überführen konnte. Als Leibarzt des sächsischen Königshauses, der naturwissenschaftliche Abhandlungen schrieb, mit Goethe und Alexander von Humboldt korrespondierte und seine Gemälde regelmäßig in der Dresdener Akademie-Ausstellung zeigte, war Carus selbst die ideale Verkörperung dieses Gedankens.

Urphänomene im Blick

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