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Die Jamaika-Koalition – Von Jonathan Fischer

Das Musiker- und Produzentenduo Sly & Robbie hat die Schubkraft des Reggae in den Pop gebracht

“Rhythm Killers” heißt eines der Alben, die Sly Dunbar und Robbie Shakespeare als Sly & Robbie eingespielt haben. Ihre Schlagzeug-Bass-Arbeit jedenfalls schiebt wie starker Rückenwind. “Ich kann vielleicht mit einer Bassgitarre besser umgehen als manch anderer”, sagt Robbie Shakespeare in zungenschwerem jamaikanischen Patois-Dialekt, “aber ich möchte immer noch in höhere Bereiche vorstoßen!” Als Produzenten und Musiker waren die beiden an der Entstehung von geschätzten 200 000 Songs beteiligt.

Drehen wir die Platte ein paar Umdrehungen zurück: Zu King Tubby und Lee Scratch Perry, die Ende der 60er Jahre in Jamaika die Dubtechnik aus der Taufe hoben, dank der sich Musikstücke in unendlich viele Spuren zerlegen und nach Bedarf neu zusammenbauen lassen. Damit einher ging das beliebige Ein- und Ausblenden des Gesangs, der Basslinie, von Soundeffekten und Hall. Später lieferten diese Klangmanipulationen via zwei Plattenspielern die Grundlagen des Hip-Hop, befeuerte die Aneinanderreihung von Rhythmus- und Soundpartikeln neue Tanzmusiken wie House und Techno. Sly & Robbie aber, einst die treibende Kraft hinter Bob Marley Hits wie “Concrete Jungle” oder “Punky Reggae Party” trugen nach Marleys Tod die Errungenschaften der Kingstoner Studios in den westlichen Mainstream-Pop.

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Categories: Süddeutsche Zeitung (SZ) - Tags:

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