Die Halbwelt betrügen

Von Christina Hoffmann – Durch ein London wie aus einem Roman von Charles Dickens hangelt sich der sechzehnjährige Adrian Mayfield.

Der Junge stammt aus dem armen Osten der Stadt und ist mit einem Säufer zum Vater schon früh auf seine eigenen Beine gestellt. Zu Beginn des Romans, der im Viktorianischen Zeitalter spielt, knechtet Adrian als Lehrjunge eines Herrenausstatters mit Mundgeruch. Ein scheinbar besonders anspruchsvoller Kunde mit einem Faible für Lindgrün fasst Adrian bei einer schier endlosen Anprobe beherzt in den Schritt – als Entschuldigung steckt er dem Jungen ein besonders großzügiges Trinkgeld zu und seine Visitenkarte. Schwer vorstellbar, dass diese kurze Begegnung mit dem geschwätzigen Koloss Trops eine schicksalhafte werden soll. Als der Ladenbesitzer Adrian feuert, schlüpft dieser bei dem ehemaligen Kunden mit den flinken Fingern unter: Zuerst sitzt Adrian dem Kunstmaler Modell, dann lockt ihn Letzterer in sein Bett – nicht zu Adrians Missfallen.

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