Die geteilte Stadt – Von Werner Girgert

In der Geographie der globalen Ökonomie hat der Erfolg seinen Preis. Wie New York oder London bezahlt auch Paris seine Mitgliedschaft im exklusiven Club der wirtschaftlichen Steuerungszentren mit einer wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich.

In der französischen Hauptstadt konzentrieren sich die Konzernzentralen der international verflochtenen Ökonomie, die neuen Dienstleistungsberufe, der erwirtschaftete Reichtum und die luxuriösen Konsumangebote für diejenigen, die an diesem Reichtum teilhaben. Wo das Netzwerk der Globalisierung seine Knoten knüpft, verschärfen sich auch die Konflikte um die Nutzung der Stadt. Auf der Strecke bleiben die Armen und Geringverdiener. Sie werden an den Rand der Stadt gedrängt, damit sich die neue urbane Schicht der Wohlhabenden im Zentrum ausbreiten kann.

Selbst vor den abgewirtschafteten Wohnvierteln im Norden und Osten der Stadt, die bislang der ärmeren Bevölkerung noch eine billige Bleibe boten, macht die Gier der Immobilienspekulanten nicht mehr Halt. Daran hat auch die Koalition aus Sozialisten, Kommunisten und Grünen nichts zu ändern vermocht, seit sie im Jahr 2001 die bürgerliche Vorgängerregierung von Bürgermeister Jean Tiberi im Pariser Rathaus ablöste.

Es mangelt nicht an politischem Willen

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