In Salzburg zieht, unter dem Applaus des Publikums, die Reaktion ein. Daniel Kehlmann, deutsch-österreichischer Schriftsteller mit Weltruhm, hat zur Eröffnung der 89. Salzburger Festspiele eine Rede gehalten. Niemand murrte, niemand buhte, alles applaudierte, manche frenetisch. Diese Rede ist ein Musterbild dumpf-reaktionären Denkens, ressentimentgeladen und argumentfrei zugleich. Sie wirkt in ihrem Bemühen, die Welt wieder zurechtzurücken, die Dinge wieder in ihre natürliche Ordnung zu bringen, herrlich harmlos, und doch laufen einem, wenn man genau hinhört, kalte Schauer den Rücken herunter.