Nicht wenige eingefleischte Pynchon-Fans werden von ihrem Idol enttäuscht sein, wenn sie sein neues Werk “Inherent Vice” in die Hand bekommen. Das nicht einmal 400 Seiten starke Buch ist auf den ersten Blick ein Verrat des für seine überbordende Erzählweise berühmten wie berüchtigten Meisters an sich selbst. Es ist eine Genre-Erzählung, die sich streng an die Regeln des Noir hält, eine Etüde, bei der Pynchon seine Fantasie weniger auf die Komposition eines unüberschaubaren Roman-Gebildes verwandt hat, als auf Dialogwitz und die Skizzierung eines überaus farbenfrohen Ensembles an Charakteren.