Vor zehn Jahren erfand der Student Shawn Fanning die Tauschbörse Napster – und revolutionierte damit den Umgang mit Musik
Die Haare sind schuld. Sie wuchsen Mitte der neunziger Jahre so kraus (auf Englisch “nappy”) auf dem Kopf des Teenagers Shawn Fanning, dass dieser seine Frisur zum Nutzernamen machte, unter dem er im Netz surfte. Und so war es naheliegend, dass der User “Napster” die Haar-Metapher auch gebrauchte, als er dem Programm, das er im Sommer vor zehn Jahren erfand, einen Namen geben musste. Was Fanning damals nicht ahnen konnte: Napster war der Beginn einer Entwicklung, die noch lange kein Ende finden wird. Und der lustig gemeinte User-Name eines amerikanischen Teenagers wurde zum Synonym für all die Probleme der Digitalisierung, die die Kreativindustrie auch heute noch drücken. Denn an der Geschichte von Naps- ter kann man vor allem sehen, wie diese Herausforderungen nur unzureichend bewältigt werden. Die erste weltbekannte Tauschbörse wurde nach nur zwei Jahren geschlossen. Die Fragen, die sie aufgeworfen hat, sind bis heute offen.