Chinas neue Medienstrategie
Im Unterschied zu den Unruhen in Tibet vom vergangenen Jahr, als sich die chinesische Regierung aufgrund ihrer restriktiven Nachrichtenpolitik von Beginn an gegenüber der westlichen Öffentlichkeit in der Defensive befand, haben die Pekinger Medien im Fall der aktuellen Ereignisse von Urumqi jetzt schon Zahlen, Bilder und Hintergründe parat, bevor die westlichen Agenturen von dem Vorgang überhaupt erst Kenntnis nehmen konnten.
Die schockierende Meldung von mindestens hundertvierzig Toten in Xinjiang beziehen die Medien der Welt deshalb diesmal von der amtlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua. Dieses geänderte Verhalten entspricht einer Direktive des chinesischen Staatspräsidenten Hu Jintao, der vor einem Jahr die staatlichen Medien angewiesen hat, künftig selbst die Agenda zu setzen, indem sie durch rasche Berichterstattung den Kritikern im In- und Ausland zuvorkommen sollen.
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