Unter deutschen Professoren und Feuilleton-Redakteuren gehört es zum guten Ton, die Nase über “Bologna” zu rümpfen. Die Einführung von Bachelor- und Master-Studiengängen gilt vielen als mutwilliger Oktroi mit negativen, wenn nicht gar desaströsen Wirkungen namentlich in den Geisteswissenschaften.
Deutsche Hochschullehrer solidarisieren sich mit ihren demonstrierenden Studierenden, viele von ihnen sind in der vergangenen Woche buchstäblich auf die Straße gegangen. Wenig Mühe wird darauf verwandt, die politische und fachliche Logik dieses Reformprozesses zu studieren. Wo liegen die Herausforderungen des “Bologna”-Prozesses für die Universitäten und welche Spielräume haben die Universitäten und damit die Professoren, ihnen gerecht zu werden? Die Frage kann man anhand der verbreiteten Bologna-Mythen durchdeklinieren. Sie lauten “Verschulung” des Studiums, ausbleibende Internationalisierung, Einschränkung der Mobilität, fehlender Praxisbezug und unsachgemäße Verwendung von Studiengebühren (oder überhaupt deren Erhebung). …weiterlesen auf SZ