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Aus allen Ritzen fällt der Silbenschnee – Von Thomas Wegmann
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Jedes Wissen lebt in seiner Zeit: Das Grimm’sche Wörterbuch findet seine Fortsetzung im Internet

Der Zeitpunkt hätte kaum delikater sein können: Während man sich letzte Woche in Frankfurt über Autorschaft und Urheberrecht in Zeiten von Google Books und Open Access sorgte (vgl. Tagesspiegel vom 17.7.), meldete die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, dass die Neubearbeitung von Grimms Wörterbuch 2012 ende und danach im Internet fortgesetzt werde.

Mit anderen Worten: Eines der renommiertesten Bücher deutscher Sprache hört auf, Buch zu sein, und wird zu einem digitalen Datensatz, der nur auf der Benutzeroberfläche als Alphabetschrift erscheint. Damit geht das Deutsche Wörterbuch (DWB) den Weg so manchen Nachschlagewerks, das aus Zeit-, Kosten- und Konkurrenzgründen die Gutenberg-Galaxis verlässt, um nunmehr online verfügbar zu sein. Dort ist das DWB indes längst angekommen – zumindest in der 1960 fertiggestellten Erstausgabe: eine einzige Internetadresse (www.dwb.uni-trier.de) für 32 raumgreifende Bände. Die Geschichte des DWB dürfte damit noch nicht am Ende sein.

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