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Amateure in der Falle

Von Michael Hanfeld – Der Widerstand gegen die Pläne der Bundesregierung, die Kinderpornographie im Internet einzudämmen, treibt seltsame Blüten.

Unbändige Wut bricht sich Bahn bei denen, die ihre Einwände gegen die Internetsperren nicht gewürdigt sehen, die Stopp-Schilder, die Familienministerin Ursula von der Leyen im Netz aufstellen lässt, seien leicht zu umgehen, Unbescholtene, die zufällig auf solche Seiten klickten, gerieten ins Visier der Polizei, und schließlich finde der Handel mit Kinderpornos meist auf Tauschbörsen, sogenannten „Filesharing-Netzwerken“ statt, die in der täglichen Auflistung verbotener Seiten, die das Bundeskriminalamt den großen Internetprovidern zustellt, ohnehin fehlten. Wie aber macht man es besser?

Das war die Frage, auf welche die Netzprotestler die Antwort schuldig blieben. Die Hamburger Werbeagentur Grabarz & Partner glaubte, die Antwort gefunden zu haben: Sie stellte vor einigen Tagen ihre Aktion „No-Kids.org“ vor und bat um rege Teilnahme. Der Plan: Der Tauschmarkt der Kinderschänder sollte mit vermeintlichen Pornodateien überschwemmt werden. Sobald No-Kids.org irgendwo in den Weiten der Netzwelt eine Anfrage nach Kinderpornos registrierte, bekäme der Betreffende Post von einem automatisch zugeschalteten No-Kids-Teilnehmer. Der Titel der zugesandten Nachricht sollte Kinderpornos versprechen, in Wahrheit aber sich dahinter eine Warnung oder der Hinweis verbergen, „eine Beratungsstelle für Menschen mit pädosexuellen Neigungen“ aufzusuchen. Die Menge der wohlmeinenden Ratschläge sollte so groß werden, dass die Netzwerke zusammenbrächen.

Unbedarfte Internetnutzer laufen ins Messer

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