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Ach, wer liest schon Gedichte! – Von Ruben Donsbach
Categories: Zeit

Die Lyrik in der Krise: Der Markt schrumpft, kleine Verlage haben erhebliche Finanznöte. Warum werden Gedichte nie zum Bestseller? Eine Spurensuche in Berlin

140 Zeichen sind frei, wenn man auf dem dauergehypten Kurznachrichtendienst Twitter einen Tweet in den Äther blasen will. Die Sprache unterliegt einer Verknappung und Verdichtung, wie sie in Werbung, Kommunikation und Straßenkunst mittlerweile Standard ist. 140 Zeichen sind zur Referenzgröße einer Gemeinschaft geworden, die sich global und in Jetztzeit bei Laune hält.

Doch ist vieles, was da im Netz umherschwirrt, belanglos. Und es bleibt oftmals ohne Referenz und Quellenangabe, wie man beim digitalen Rauschen um den Aufstand in Iran erkennen musste. Ob die verknappte Sprache des Webs zudem ein neues Vokabular und damit ästhetischen Mehrwert schafft, steht noch längst nicht fest.

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