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Abwege zum Ruhm

Von Aldo Keel – Norwegens Pläne zu Hamsun-Feiern stossen auf jüdische Kritik

Der Schriftsteller Knut Hamsun, dessen 150. Geburtstag am 4. August zu gedenken ist, begann seine Karriere mit innovativen Romanen wie «Hunger» und «Pan». So gross war sein Ruhm, dass James Joyce Norwegisch lernte, um seine Bücher im Original lesen zu können. In der Zwischenkriegszeit gehörte der Norweger zu den ganz Grossen. Einstein, Schönberg und Thomas Mann, aber auch die sowjetische Botschafterin gratulierten ihm 1929 zum 70. Geburtstag. Als die Deutschen im April 1940 Norwegen überfielen, rief Knut Hamsun die norwegischen Soldaten auf, das Gewehr wegzuwerfen. Für die Kameras der Wochenschau kletterte er in deutsche U-Boote, die norwegische Handelsschiffe jagten. Seine Nobelpreismedaille verehrte er Goebbels, und noch im Mai 1945 würdigte er Hitler in einem Nachruf als «Krieger für die Menschheit» und «reformerische Gestalt von höchstem Rang».

Nach dem Krieg wurde Gerichtstag gehalten. Da ein psychiatrisches Gutachten dem alten Mann «dauerhaft geschwächte seelische Kräfte» attestierte, verzichtete die Staatsanwaltschaft auf einen Strafprozess wegen Landesverrats. Stattdessen wurde er zur Wiedergutmachung des Schadens, den er dem Land zugefügt hatte, zur Zahlung einer Summe verurteilt, die ihn an den Rand des Ruins brachte. Als er einige Jahre später erblindet, fast taub und in Lumpen gekleidet starb, gaben ihm fünf Menschen das letzte Geleit.

Heftige Kontroversen

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